Was die beiden Kennziffern bedeuten
Der IP-Code nach IEC 60529 beschreibt, wie gut ein Gehäuse Fremdkörper und Wasser abhält. Er besteht aus zwei Kennziffern, manchmal gefolgt von Buchstaben:
IP 6 7 (erste Kennziffer: Fremdkörper · zweite Kennziffer: Wasser)
Die erste Kennziffer reicht von 0 bis 6. Bis 4 beschreibt sie die Größe der abgehaltenen Gegenstände (von 50 mm, einer Hand, bis 1 mm, einem Draht); 5 ist staubgeschützt, 6 staubdicht. Die zweite Kennziffer reicht von 0 bis 9 und beschreibt Wasser von Tropfen (1, 2) über Sprüh- und Spritzwasser (3, 4) und Strahlwasser (5, 6) bis zum Untertauchen (7, 8) und zur Hochdruck-Heißwasserreinigung (9). Ein X bedeutet, dass die Eigenschaft nicht geprüft wurde, wie bei IPX4.
Die Prüfungen hinter den Ziffern
Jede Ziffer steht für eine festgelegte Prüfung. Für Sensoren sind diese am wichtigsten:
- IPX5: Düse 6,3 mm, 12,5 l/min, aus 2,5 bis 3 m, mindestens 3 Minuten
- IPX6: Düse 12,5 mm, 100 l/min, mindestens 3 Minuten
- IPX7: 30 Minuten untergetaucht, tiefster Punkt 1 m unter der Oberfläche
- IPX8: zwischen Hersteller und Anwender vereinbarte Bedingungen, strenger als IPX7; ein Datenblatt sollte Tiefe und Dauer nennen, z. B. 10 m für 30 Tage
- IPX9 / IP69K: Wasser mit 80 °C und 8 bis 10 MPa, 0,10 bis 0,15 m von der Düse, aus vier Winkeln
Warum IP68 nicht IP66 einschließt
Bis zur zweiten Kennziffer 6 schließt ein Code alle niedrigeren ein: IP66 besteht auch IP65. Beim Untertauchen ist das anders. Ein Gehäuse, das stehendem Wasser standhält, kann einen kräftigen Strahl trotzdem an einer Dichtung vorbeilassen; deshalb legt IEC 60529 fest, dass 7 und 8 nicht 5 oder 6 einschließen. Für beides geprüfte Gehäuse tragen eine Doppelkennzeichnung, z. B. IP66/IP68. Der Decoder weist auf diesen Fall hin und prüft Doppelkennzeichnungen als Ganzes.
Rechenbeispiel
Eine Tauchsonde für den Füllstand ist mit IP68 gekennzeichnet, und die Anlagenspezifikation verlangt IP65, weil der Kopf abgespritzt wird:
- IP68 erfüllt IP67 (8 ist per Definition strenger als 7)
- IP68 allein erfüllt IP65 nicht: Untertauchen schließt Strahlwasser nicht ein
- Eine Sonde mit IP66/IP68 erfüllt beide Anforderungen
IP und NEMA
Nordamerikanische Gehäuse werden nach NEMA-250-Typen eingestuft. NEMA veröffentlicht einen Vergleich in eine Richtung: Jeder Typ erfüllt mindestens einen bestimmten IP-Code, zum Beispiel erfüllen NEMA 4 und 4X IP66 und NEMA 6P IP68. Umgekehrt geht es nicht, weil NEMA-Typen auch Korrosion, Vereisung, Öl und Dichtungsalterung abdecken, die IP-Codes nicht prüfen. Geben Sie einen NEMA-Typ ein, um seine IP-Entsprechung zu sehen, oder einen IP-Code, um zu sehen, welche NEMA-Typen ihn ebenfalls erfüllen.
Häufige Fehler
Annehmen, eine höhere Zahl sei immer besser. IP68 ist keine Obermenge von IP66, und IP69K sagt nichts über das Untertauchen aus.
Die Kabeleinführung vergessen. Die Schutzart gilt für das geprüfte Gehäuse mit der angegebenen Kabelverschraubung und dem angegebenen Gewinde. Eine ungeeignete Verschraubung oder ein nicht abgedichtetes Prozessanschlussgewinde verringert den Schutz.
IPX8 ungeprüft übernehmen. Ohne Angabe von Tiefe und Dauer kann IPX8 kaum mehr bedeuten als IPX7.
Häufige Fragen
Was bedeuten Buchstaben nach dem Code?
A bis D nach den Ziffern geben den Schutz gegen den Zugang mit Handrücken, Finger, Werkzeug oder Draht an. H, M, S und W sind Zusatzbuchstaben: Hochspannungsbetriebsmittel, Wasserprüfung mit bewegten bzw. stillstehenden Teilen und Eignung für festgelegte Wetterbedingungen.
Ist IP69K dasselbe wie IPX9?
Die Prüfungen sind praktisch gleich. IP69K stammt aus ISO 20653 (Straßenfahrzeuge, früher DIN 40050-9); IPX9 wurde mit Änderung 2 in IEC 60529 aufgenommen.
Macht eine höhere IP-Schutzart ein Gerät ex-geschützt?
Nein. Schutz gegen Eindringen und Explosionsschutz sind getrennte Dinge; prüfen Sie die Ex-Kennzeichnung mit dem Ex-Decoder.